Gomadinger Fürstengrab

Hinter dem Sternberg auf einer ebenen Fläche kann man bei ganz genauem Hinsehen leichte Hügel erkennen. Diese sind Grabhügel aus der Hallstattzeit. Aufgrund ihrer Glaubensvorstellungen waren die Menschen verpflichtet, den Verstorbenen Nahrungsmittel sowie Eß- und Trinkgeschirr in das Grab zu stellen. Je bedeutender und angesehener der Tote war, umso größer, kunstvoller und zahlreicher waren die dabei benutzten Gefäße. Der Krieger mußte ebensowenig auf seine Waffen wie die Frau auf ihren schönsten Schmuck verzichten. Leider war dies auch die Ursache dafür, daß viele der leicht aufzufindenden Bestattungsplätze von Grabräubern heimgesucht wurden.

Aus dem Gomadinger Grab konnten sehr prunkvolle Grabbeigaben geborgen werden. So kann man davon ausgehen, dass das Grab einem reichen und mächtigen Mann gehört haben muss. Zu den Fundstücken zählen eine mit geometrischen Stempelmustern reich verzierte Prunkschale sowie der Griffteil eines sog. Pilzknaufschwertes (7. Jh. v.Chr.). Die Schale kann im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart begutachtet werden. Eine Nachbildung ist im Rathaus Gomadingen ausgestellt.

Der Ausgräber des Gomadinger Fürstengrabs konnte voller Begeisterung in seinem Tagebuch vermerken: „Vom 7. bis 10. September 4 große Grabhügel am Sternberg bei Gomadingen geöffnet.“Über den ersten davon berichtete er: „Derselbe hatte in seinem äußeren Umfang einen dicken Kreis von großen Bundsteinen; während er in seinem Innern bloße Erde hatte. Die Mitte enthielt: a.) Ein Häuflein Asche – also Brandgrab. b.) Ein langes Eisenschwert (1,08 Meter), dessen Griff von einem 2 cm breiten, fein ornamentierten, prächtigen Band von Goldblech umschlagen ist. Größte Breite der Klinge 7 cm. Es ist ein Prachtschwert ohnegleichen in Deutschland. c.)

Neben dem Schwert 4 schöne große Gefäße, 2 Urnen und 2 große Platten, außerdem 2 kleinere Platten, und, auf diese gestellt, 3 zierlich ornamentierte Schalen. Die zwei Prunkplatten können Zwillinge genannt werden in ihrer Art. Die eine ist 8 cm hoch, Durchmesser 55 cm, die andere 12 cm hoch, Durchmesser 54 cm. Im übrigen sind sie von einem solchen Formen- und Farbenreichtum, daß kein Fleckchen unverziert bleibt. So ist dieser Hügel nicht nur durch das Schwert, das ein Unicum bildet, sondern auch durch seine Gefäße, welche zu den schönsten und reichsten der ganzen Alb gehören, vor allen anderen ausgezeichnet. Ohne Zweifel war hier das Grab eines reichen und mächtigen Mannes.“