Änderung Bebauungsplan Gächinger Tal

Öffentliche Bekanntmachung

Auslegungsbeschluss

Beteiligung der Öffentlichkeit

Öffentliche Auslegung

 1.Bebauungsplanentwurf

„Gewerbegebiet Gächinger Tal“

2.Örtliche Bauvorschriften zum Bebauungsplanentwurf

„Gewerbegebiet Gächinger Tal“

 Gemeinde Gomadingen, Gemarkung Gomadingen, Landkreis Reutlingen

 

Der Gemeinderat der Gemeinde Gomadingen hat am 23.02.2021 in öffentlicher Sitzung beschlossen, den Entwurf des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Gächinger Tal“, Gemeinde Gomadingen, Gemarkung Gomadingen und den Entwurf der Örtlichen Bauvorschriften für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Gächinger Tal“, Gemeinde Gomadingen, Gemarkung Gomadingen, gebilligt und beschlossen, diese Entwürfe nach § 3  Abs. 2 Baugesetzbuch und nach § 3 Abs. 2 Baugesetzbuch i.V.m. § 74 Landesbauordnung öffentlich auszulegen.

Ziel und Zweck der Planung

Mit der Aufstellung des Bebauungsplans „Gewerbegebiet Gächinger Tal“ werden die planungsrechtlichen Grundlagen für die Erweiterung der bestehenden betrieblichen Anlagen ermöglicht und somit ein Beitrag zur regionalen Entsorgung und Verarbeitung von Baureststoffen gesichert.

 

Das Plangebiet befindet sich am nördlichen Siedlungsrand von Gomadingen. Es wird nördlich begrenzt durch die Landesstraße L 230, östlich durch den Fluss „Gächinger Lauter“ und der Landesstraße L 249, sowie südlich durch die Verbindung der beiden Landesstraßen.

Der räumliche Geltungsbereich umfasst in dieser Abgrenzung ca. 1,92 ha

Im Einzelnen gilt für den Bebauungsplanentwurf die Planzeichnung (Teil A) und der Schriftliche Teil (Teil B1.), für den Entwurf der Satzung über die Örtlichen Bauvorschriften die Planzeichnung (Teil A) und der Schriftliche Teil (Teil B2.), jeweils mit dem Datum vom 23.02.2021.

Der Entwurf des Bebauungsplans und der Entwurf der Örtlichen Bauvorschriften wird mit Begründung und den nach Einschätzung der Gemeinde wesentlichen, bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen und den umweltbezogenen Informationen (hier Umweltbericht mit integriertem Grünordnungsplan, Artenschutzbeitrag, Bestandsplan und Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung vom 23.02.2021)

von Montag, dem 08.03.2021 bis Freitag, dem 09.04.2021,

je einschließlich, bei der Gemeindeverwaltung Gomadingen, Marktplatz 2, 72532 Gomadingen, Zimmer 0.7, während der üblichen Dienststunden öffentlich ausgelegt.

Folgende nach Einschätzung der Gemeinde wesentlichen umweltbezogenen Stellungnahmen liegen vor und werden ausgelegt:

– Entwurf des Umweltberichts mit integriertem Grünordnungsplan, Artenschutzbeitrag, Bestandsplan und Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung vom 26.01.2021

Umweltauswirkungen

Mensch und Gesundheit, Bevölkerung insgesamt

Das Lärmgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass keine negativen Auswirkungen auf die in der Nähe befindlichen Wohnsiedlungen zu erwarten sind. Auf die näheren Ausführungen des Gutachtens wird verwiesen.

Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt

Es ist davon auszugehen, dass nur auf Teil der Fläche innerhalb des Geltungsbereiches die Vegetation beseitigt wird. Es kommt zum Verlust folgender Biotoptypen:

– junger Streuobstbestand

– Saumvegetation trockenwarmer Standorte

– Schlehen- Gebüsch mittlerer Standorte

– Ausdauernde Ruderalvegetation

– Feldhecke mittlerer Standorte

– Brutstätten für häufige Gehölzbrüter

Artenschutzrechtliche Auswirkungen

Die Artgruppen der Vögel sind im vorliegenden Fall von artenschutz-rechtlicher Bedeutung. Im Nachfolgenden wird daher geprüft, ob die Verbotstatbestände gem. § 44 Abs. 1 BNatSchG eintreten und ggf. Schutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen.

Im Rahmen der geplanten Bebauung kann durch die Fällung von Bäumen außerhalb der Vogelbrutzeit die Tötung oder Verletzung von Arten ausgeschlossen werden (Maßnahme 1). Um die Fortpflanzungs- und Ruhestätten der Goldammer zu schützen sind die Gehölze als Pflanzbindung festzusetzen.

Mit erheblichen Störung der vorkommenden Arten ist nicht zu rechnen.

Boden

Der größte Teil der zu überbauenden Fläche ist bereits versiegelt. Durch die Festsetzung der Grundflächenzahl von 0,8 nimmt die Versiegelung etwas zu. Davon sind überwiegend anthropogen veränderte Böden betroffen, eine detaillierte Bilanz erfolgt zur Offenlage des Bebauungsplans.

Wasser

Durch es Bebauungsplan sind keine Oberflächengewässer direkt betroffen. Die zusätzliche Versiegelung führt zu einer Abflussbeschleunigung, die beim Entwässerungskonzept zu berücksichtigen ist.

Landschaft

Auswirkungen auf das Landschaftsbild ergeben sich durch die Zunahme der Gebäude. Um die Einbindung in die freie Landschaft weiterhin zu gewährleisten ist der Erhalt der das Gebiet umgrenzenden Gehölze und eine zusätzliche Verdichtung im Westen erforderlich.

 Kultur- und sonstige Sachgüter

Bedeutende Kultur und Sachgüter sind auf der bisher gewerblich genutzten Fläche nicht zu erwarten.

–    Stellungnahme des Landratsamts Reutlingen, Kreisbauamt, 72711 Reutlingen, vom  27.11.2019

Betroffene Themenkomplexe:

Umweltbericht und Grünordnungsplan mit integrierter artenschutzrechtlicher Prüfung

Umweltbericht mit artenschutzrechtlichem Fachbeitrag, Verbotstatbestände des § 44 Abs. 1 BNatSchG, Beeinträchtigung und den Erhalt des Lebensraumtyps 6210 Magerrasen, Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung, Gehölze als Ausgleichsfläche, Erhalt und Dauerpflege des Magerrasens, Pflanzbindung,  Nadelbäume und Bäume, Gehölz mit standortgerechten Laubgehölzen in Form einer Feldhecke, Einbindung in die Landschaft, Landschaftsschutzgebiet „Großes Lautertal“, Ausnahmevoraussetzungen, Ausnahme entsprechend § 6 der Landschaftsschutzgebiets-Verordnung mit entsprechenden Auflagen, Abwassertechnische Erschließung, Naturnahe dezentrale Niederschlagswasserbeseitigung, Einleitung in Gächinger Lauter, Verschmutzung des Niederschlagswassers, Oberirdische Gewässer, Gewässerökologie und Hochwasserschutz, Einleitstelle von unbelastetem Niederschlagswasser, gewässerökologischen Nachteile, Grundwasserschutz, künftiges Wasserschutzgebiet „Brunnen Anhausen Erweiterung“, Immissionsschutz, Schädliche Umwelteinwirkungen, Verbesserung der immissionsschutzrechtlichen Situation, immissionsmindernden Maßnahmen.

Betroffene Umweltbelange i.S.d. §§ 1 Abs. 6 Nr. 7a), c), d), e), g), i), 1a BauGB:

Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Flächen, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen sowie die Landschaft und die biologische Vielfalt, umweltbezogene Auswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit sowie die Bevölkerung insgesamt, umweltbezogene Auswirkungen auf Kulturgüter und sonstige Sachgüter, die Vermeidung von Emissionen sowie der sachgerechte Umgang mit Abfällen und Abwässern, die Darstellungen von Landschaftsplänen sowie von sonstigen Plänen, insbesondere des Wasser-, Abfall- und Immissionsschutzrechts, die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes nach den Buchstaben a bis d.

 

–    Stellungnahme des Regierungspräsidiums Freiburg – Abteilung 9, Landesamt für Geologie, Rohstoff und Bergbau, Albertstraße 5, 79104 Freiburg, vom 22.11.2019

Betroffene Themenkomplexe:

Untergrundverhältnisse, Versickerung von Oberflächenwasser, Geotechnik, Boden,       Mineralische Rohstoffe, Grundwasser, Bergbau, Geotopschutz.

Betroffene Umweltbelange i.S.d. §§ 1 Abs. 6 Nr. 7a), 1a BauGB:

Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Flächen, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wir-    kungsgefüge zwischen ihnen sowie die Landschaft und die biologische Vielfalt.

–    Stellungnahme des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Berliner Straße 12, 73728 Esslingen am Neckar vom 04.12.2019

Betroffene Themenkomplexe:

Das Plangebiet liegt unmittelbar westlich des ausgedehnten archäologischen Kulturdenkmals „Römisches Kastell und Vicus“. Bei unterschiedlichen Grabungen, zuletzt 2018 und 2019, wurden umfangreiche archäologische Zeugnisse dokumentiert. Bei Bodeneingriffen ist daher auch im Plangebiet mit archäologischen Funden und Befunden – Kulturdenkmalen gem. § 2 DSchG – zu rechnen.

Betroffene Umweltbelange i.S.d. §§ 1 Abs. 6 Nr. 7d), 1a BauGB:

Umweltbezogene Auswirkungen auf Kulturgüter und sonstige Sachgüter.

–    Private Stellungnahme Einwender 1 vom 28.11.2019

Betroffene Themenkomplexe:

Vorschriften die nächtliche Ausleuchtung des Gebietes zu regeln und damit die Beleuchtung der umliegenden höhergelegenen Gebiete zu vermeiden.

Betroffene Umweltbelange i.S.d. §§ 1 Abs. 6 Nr. 7a), c), e), i), 1a BauGB:

Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Flächen, Boden, Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen sowie die Landschaft und die biologische Vielfalt, umweltbezogene Auswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit sowie die Bevölkerung insgesamt, die Vermeidung von Emissionen sowie der sachgerechte Umgang mit Abfällen und Abwässern, die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes nach den Buchstaben a bis d.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Rathaus für Besucher geschlossen. Der Dienstbetrieb der Gemeindeverwaltung bleibt aber aufrechterhalten, so dass die Einsichtnahme in die ausgelegten Planunterlagen nach vorheriger terminlicher Absprache mit Frau Hirsch unter der Tel.Nr. 07385/9696-15 oder per Email: möglich ist. Während der Auslegungsfrist sind die Unterlagen zur Bauleitplanung auch hier im Folgenden einsehbar:

Plan Entwurf Bebauungsplan Gächinger Tal

Schriftlicher Teil Bebauungsplanentwurf Gächinger Tal

Begründung Bebauungsplanentwurf Gächinger Tal

Grünordnungsplan Entwurf Bebauungsplan Gächinger Tal

Immissionsgutachten Bebauungsplan Entwurf Gächinger Tal

Umweltbericht zum Entwurf Bebauungsplan Gächinger Tal

 

Jedermann kann während der angegebenen Auslegungsfrist, also bis einschließlich
09.04.2021, Stellungnahmen mündlich zur Niederschrift während der Dienststunden bei der Gemeindeverwaltung Gomadingen (Anschrift siehe vorstehend) vorbringen oder schriftlich an die Gemeindeverwaltung Gomadingen richten. Bei schriftlich vorgebrachten Stellungnahmen sollte die volle Anschrift der Beteiligten angegeben werden. Es wird darauf hingewiesen, dass nicht fristgerecht abgegebene Stellungnahmen bei der Beschlussfassung über den Bebauungsplan und die Örtlichen Bauvorschriften unberücksichtigt bleiben können.

gez.

Klemens Betz

Bürgermeister